Leuchte


Leuchte

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Leuch|te ['lɔy̮çtə], die; -, -n:
1. (Fachspr.) Lampe:
unser Geschäft bietet eine große Auswahl verschiedenster Leuchten.
Zus.: Bremsleuchte, Deckenleuchte, Halogenleuchte, Neonleuchte, Pflanzenleuchte, Rückleuchte, Wandleuchte.
2. (ugs.) Person, die besonders klug ist:
in der Schule war er nicht gerade eine Leuchte.
Syn.: Genie.

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Leuch|te 〈f. 19
1. Gerät, das eine Lichtquelle enthält
2. Lampe, Laterne, Fackel usw.
3. 〈fig.; umg.〉 kluger Mensch
● er ist eine \Leuchte der Wissenschaft 〈fig.; umg.〉 berühmter Fachmann, bedeutender Gelehrter; er ist keine große \Leuchte 〈fig.; umg.〉 [<ahd. liuhta;licht]

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Leuch|te, die; -, -n:
1. [mhd. liuhte, ahd. liuhta, zu licht]
a) (Fachspr.) Lampe;
b) etw. (Kerze, Taschenlampe o. Ä.) zum Leuchten:
eine L. mit in den Keller nehmen;
seine L. ausmachen.
2. (ugs.) großer Geist, kluger Kopf:
in der Schule war sie nicht gerade eine L.;
er gilt als eine L. seines Faches.

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Leuchte,
 
Gerät zur Aufnahme und zum Betrieb künstlicher Lichtquellen (Lampen, z. B. Glühlampen, Leuchtstofflampen, Leuchtröhren), bestehend aus den zur Befestigung, zum Schutz gegen Staub, Beschädigung und Feuchtigkeit sowie zur Energieversorgung notwendigen Bestandteilen, wie z. B. Fassungen, Leitungen, Vorschaltgeräte, Starter, Zündeinrichtungen. Die gewünschte Lichtverteilung und eine Blendungsbegrenzung werden erreicht durch optische Reflektoren, klare oder getrübte Abschlusswannen, Raster aus Metall oder Kunststoff, Streugläser, Prismenrefraktoren. VDE-Vorschriften (Verband Deutscher Elektrotechniker e. V.) regeln die Sicherheitsbestimmungen für Leuchten z. B. in explosionsgefährdeten Anlagen, medizinisch genutzten Räumen.
 
 
Jahrtausendelang diente das offene Herdfeuer als Wärme- und Lichtquelle zugleich. Aus der vorgeschichtlichen Zeit kennt man einfachste Lampen. Als Brennstoff diente v. a. Tran, später Öl. Der Erfindung des Dochtes, die dann durch die Verwendung leicht schmelzender fester Brennstoffe (Talg, Wachs) zur Kerze führte, ist das Verbrennen in flachen Näpfen vorausgegangen.
 
Kerzen wurden auf Leuchter oder auf Kandelaber gesteckt. Mehrarmige Leuchter gab es schon in der Antike; das bekannteste Beispiel ist der in Quellen bezeugte siebenarmige Leuchter des nachexilischen Tempels in Jerusalem (5. Jahrhundert v. Chr.). Ornamental, oft auch mit Figuren geschmückte Leuchter des christlichen Kultus sind erst aus dem Mittelalter erhalten (Altarleuchter, frei stehende Leuchter, seit ottonischer Zeit auch Kerzenkronleuchter). In der Renaissance schufen Künstler wie L. della Robbia und Michelangelo Engel als Leuchterträger; das Motiv blieb bis in den Barock erhalten. Im profanen Gebrauch des Mittelalters ist der Kerzenleuchter im 6. Jahrhundert nachweisbar; allgemein blieb der Talg in Brennnäpfen und als Kerze vorherrschend, bis um das 14. Jahrhundert auch Leinöl und Rüböl als Brennstoffe aufkamen. Auch der Kronleuchter kommt im späteren Mittelalter im profanen Bereich vor. Eine wesentlich süddeutsche und schweizerische Besonderheit sind die von der Decke an Ketten herabhängenden Leuchterweibchen, aus Holz geschnitzte weibliche Halbfiguren, die mit Hirschgeweihen zu Kerzenträgern zusammengesetzt waren. Vom 16. bis 19. Jahrhundert entwickelte sich der Kronleuchter bis zu Prunkgebilden. Als Leittyp ist der flämische Leuchter aus Messing anzusehen, bei dem von einem an Ketten aufgehängten profilierten Mittelstück s-förmige Arme ausgehen, die in Kerzenhaltern enden. Diese Form war der Ausgangspunkt für die zuerst in Murano bei Venedig hergestellten Glaslüster von zuweilen riesiger Größe, bei denen das metallene Tragwerk ebenso verschwand wie bei den mit Prismen, blattartigen Behängen u. a. überladenen Lüstern des 19. Jahrhunderts. - Der Wandarm für eine oder mehrere Kerzen wurde im 16.-18. Jahrhundert durch getriebene blanke Metallschilder (Blaker) auch lichttechnisch wirksam bereichert. Handleuchter wurden meist aus Schmiedeeisen gearbeitet, seit dem 18. Jahrhundert auch aus Porzellan.
 
Der Gebrauch von Petroleum setzte Ende des 18. Jahrhunderts ein. 1782 wurde in Paris der Flachdocht erfunden, bald darauf der Ringdocht und der Glaszylinder zum Schutz der Flamme gegen den Luftzug. 1855 konstruierte der amerikanische Chemiker Benjamin Silliman junior (* 1816, ✝ 1885) eine Petroleumlampe, die dann stetig vervollkommnet wurde.
 
Seit dem späten 19. Jahrhundert erreichte die Beleuchtung mit dem Gasglühlicht (1892) einen Höhepunkt (Gasbeleuchtung). Mit der Erfindung der Glühlampe und später der Leuchtstofflampe begann abermals eine Umwälzung der Beleuchtungstechnik, die auch zu einer Neugestaltung der Form führte. Richtungweisend wurden Entwürfe des Jugendstils und des Bauhauses.
 
 
Bei nichtsesshaften Völkern dient das Lager-, bei sesshaften das Herdfeuer zur Beleuchtung. In Ozeanien werden aneinander gereihte ölreiche Nüsschen oder Samen benutzt, im Malaiischen Archipel Fackeln aus Harz, mit Pisangblättern umwickelt. Kienholz diente nordamerikanischen Indianern zum Leuchten, in Südamerika fettgetränkte Baumwolle an einem Zweig. In Afrika wurden Fackeln aus Grasbüscheln verwendet. Die Eskimo u. a. Polarvölker gebrauchten in flachen Schüsseln aus Speckstein Tran als Brennmaterial, Moosbüschel als Docht.

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Leuch|te, die; -, -n [1: mhd. liuhte, ahd. liuhta, zu ↑licht]: 1. a) (Fachspr.) Lampe: Für das Ärztezentrum lieferten wir alle elektromedizinischen Ausstattungen. Für die Stromversorgung des Olympiastadions sämtliche Leitungsnetze, ... 100 km Kabel und 4 000 -n (Delius, Siemens-Welt 64); b) etw. (Kerze, Taschenlampe o. Ä.), womit man [jmdm.] leuchten kann: eine L. mit in den Keller nehmen; seine L. ausmachen. 2. (ugs.) großer Geist, kluger Kopf: in der Schule war sie nicht gerade eine L.; er gilt als eine L. seines Faches; Die Autorin, die zu den -n der Geschichtsschreibung gehört, ... (Basler Zeitung 27. 7. 84, 7).

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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